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Warum sind Blutzuckerwerte ein unterschätzter Faktor für Deine Gesundheit?



In den letzten Monaten habe ich wieder einige Berichte und Beiträge in der Presse zu dem Thema Diabetes gelesen – „Zahl der Diabetespatienten weiter gestiegen“ (Deutschlandfunk, 2024), „Weltdiabetestag – Eine Krankheit mit steigender Verbreitung“ (NDR, 2023). Auch die Nachfrage nach Diabetes-Medikamenten wie Ozempic und Wegovy hatte im vergangenen Jahr große Schlagzeilen gemacht.


Nun ist die Frage, warum ist dieses Thema noch immer so präsent und warum steigen die statistischen Zahlen weiterhin ungebremst?


Viele Erkrankungen in der heutigen Gesellschaft entwickeln sich durch einen fehlgeleiteten Energiestoffwechsel. Wie es dazu kommt, kann mehrere Gründe haben. Sehr häufig stellt sich jedoch heraus, dass unser Lebensstil zentralen Einfluss auf unseren Energiehaushalt besitzt.


Wieso ist bei der Entstehung von Diabetes eine Insulinresistenz der Ausgangspunkt? Was kannst Du präventiv dagegen tun?


statistische Kurve der Diabetes Erkrankungen weltweit

Stand 2022 lebten in Deutschland rund elf Millionen Menschen mit Diabetes, davon 8,7 Millionen Menschen mit einem diagnostizierten Typ-2-Diabetes und 372.000 Menschen mit einem Typ-1-Diabetes. Weitere zwei Millionen Menschen galten zu diesem Zeitpunkt noch als Dunkelziffer (DGG, 2022). Wenn wir uns die Zahlen genauer anschauen, fällt bereits eindeutig auf, dass der Anteil an Typ-2-Diabetes-PatientInnen eklatant höher ist. Diese Form des Diabetes wurde noch vor ein paar Jahrzehnten als „Altersdiabetes2 beschrieben. Die Zahlen aus dem Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2023 lassen jedoch auch eindeutig erkennen, dass auch die Kinder und Jugendlichen hiervon betroffen sind.



Was ist der Unterschied zwischen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes?

Der Typ-1-Diabetes ist gekennzeichnet als Autoimmun-Erkrankung. Diese entsteht meist schon im Kindes-/Jugendalter, kann sich jedoch auch noch im Laufe des Lebens entwickeln. Hierbei scheinen genetisch bedingte Faktoren einen großen Einfluss zu haben, aber auch Umwelt- und Lebensstil-bedingte Faktoren. Der Typ-1-Diabetes wird übersetzt als „Honigsüßer Durchfluss“, da bei einer Erkrankung der Blutzuckerspiegel so hoch ist, dass dieser über die Nieren und den Harn abgeleitet werden muss. Die Ursache der hohen Blutzuckerkonzentration ist ein absoluter Insulinmangel, ausgelöst durch körpereigene Autoantikörper. Diese sorgen für die Zerstörung der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse, welche für die Insulinproduktion zuständig sind. Als Diabetes-PatientIn hilft dann nur das Spritzen von Insulin. Neuere Studien haben hier schon aufzeigen können, dass v.a. Muskelkrafttraining vorteilhafte Effekte auf den Blutzuckerspiegel haben kann (Tonoli et al., 2012; Magkos et al., 2020).


Der Typ-2-Diabetes handelt es sich nicht um eine Autoimmun-Erkrankung. Meist zeigt sich er sich in Verbindung mit anderen Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Metabolisches Syndrom).

Risikofaktoren für eine Erkrankung an Diabetes Typ 2

Bei einem Typ-2-Diabetes kommt es zuerst zu einem anhaltenden Anstieg der Insulinausschüttung, gefolgt von einer schwächelnden Bauchspeicheldrüse und dementsprechend verminderten Insulinausschüttung. Dabei muss sich erst eine Insulinresistenz manifestieren. Dieser Zustand ist jedochreversibel (Torjesen et al.,1997).

Es zeigt sich eine große zeitliche Spannweite von den ersten Symptomen einer Insulinresistenz bis hin zu einem Typ-2-Diabetes. Um diese Kaskade frühzeitig zu durchbrechen, lohnt es sich präventive Maßnahmen im Alltag zu fördern. Diese müssen alles andere als hoch komplex oder extrem zeitaufwändig sein. Meistens macht schon die kleinste Veränderung den größten Unterschied aus. Auch hier gilt die Regel: Jeder Mensch ist unterschiedlich und spricht auch unterschiedlich auf die Interventionen an. Daher ist ein kontinuierlicher und individuell abgestimmter Veränderungsprozess am Ende wirklich zielführend. 



Wie entsteht eine Insulinresistenz und warum kann diese zu Diabetes führen?


Eine der Hauptursachen für die Entstehung des Typ-2-Diabetes ist das körperliche Übergewicht. Hier spielt ganz klar unser Lebensstil eine zentrale Rolle. Durch die ständige Verfügbarkeit von Nahrung und der deutlich geringeren Alltagsbewegung, sind wir kaum mehr physischen „Notsituationen“ ausgesetzt. Eigentlich nutzt der Körper Mechanismen, um auf diese Reize zu reagieren. Braucht er diese nicht mehr, verlernt er sie – ganz nach dem Motto: „use it or lose it“.

Die Hauptprotagonisten in unserem Energiestoffwechsel sind die Bauchspeicheldrüse, die Leber und das Fettgewebe – gesteuert durch u.a. dem Gehirn.Das Hormon Insulin, welches die Bauchspeicheldrüse produziert, sorgt für einen stabilen Blutzuckerspiegel – Sprich: Der Zucker muss in die Zelle gelangen, damit die aufgenommene Energie überhaupt genutzt werden kann. Insulin ist hierbei der „Türöffner“.  Funktioniert dieses System nicht optimal oder ist die Bauchspeicheldrüse in ihren Aufgaben überfordert, so lässt sich der Blutzucker nicht mehr so gut regulieren. Das passiert, wenn zu häufig zu viel Insulin auf die Zellen trifft – Sprich: Wenn wir zu viele Mahlzeiten zu uns nehmen und dem Körper keine Pause gönnen. Dies ist der Beginn einer Insulinresistenz.


ein Domino-bild - dies soll zeigen, dass eine insulinresistenz und diabetes typ 2 schrittweise entsteht

Leidtragende ist hierbei auch die Leber. Sie darf die sich im Blut befindende, überschüssige Energie im Fettgewebe einlagern. Kommt auch sie nicht zur Ruhe, aufgrund zu vieler Mahlzeiten, wird daraus eine Einbahnstraße. Ständiger Überschuss an Energie führt zu ständiger Einlagerung und das Körperfett wächst und wächst. Das Signal „Wir haben genug Energie über die Mahlzeit aufgenommen“ kommt im Gehirn mit der Zeit nicht mehr an. Funktioniert nun auch das Signal der Sättigung durch u.a. das Hormon Leptin nicht mehr, entsteht ein Teufelskreis: Wir essen häufiger und werden trotzdem nicht mehr satt. Jetzt reizt uns schon allein der Gedanke, welche zuckerreichen „Reserven“ wir noch im Küchenschrank vorfinden könnten, obwohl das Mittagessen erst eine Stunde her ist. Die Folge einer Insulinresistenz ist: Eine schwächelnde Bauchspeicheldrüse und ein dauerhaft ansteigender Blutzuckerspiegel. Eine unveränderbare Situation? Keines Weges! Es liegt in den meisten Fällen in unserer eigenen Hand, hier etwas zu verändern und einen Neustart zu tätigen.

 


Ist eine Insulinresistenz grundsätzlich schlecht?


Eine Insulinresistenz ist ein Mechanismus in unserem Körper, der in bestimmten Situationen einsetzt. Beispielweise ist während einer Schwangerschaft eine konstante Energieversorgung der Mutter und des heranwachsenden Kindes essenziell. Dies stellt unsere Leber sicher, indem sie sich phasenweise insulinresistent stellt und parallel zur Nahrungsaufnahme weiter Energie produzieren kann. Dieser Mechanismus entsteht auch bei einem Infekt, während das Immunsystem viel Energie benötigt. Das heißt eine akute Insulinresistenz ist physiologisch auch mal sinnvoll. Nur wenn der Zustand dauerhaft anhält und chronisch wird, kann eine Insulinresistenz zu weiteren Erkrankungen führen. Die Leber z.B. hat deutlich mehr (über 450) Aufgaben, neben der Freisetzung und Speicherung von Energie. Wenn die Leber nun durch ständiges Essen viel in der Einspeicherung von Energie verbleibt, wird sie ihren anderen Aufgaben wie beispielweise der Entgiftung nicht mehr gerecht. Mögliche Folgen: Müdigkeit/Energiemangel, unreine Haut, Entzündungsprozesse oder gesteigerte Blutfettwerte.

 

Wie kann ich eine Insulinresistenz erkennen und welche Symptome sind typisch?

-       Bist du nach dem Mittagsessen müde / Du fällst in ein Art Energieloch?

-       Greifst du häufiger zu Snacks im Laufe des Tages?

-       Hast Du sehr weichen Stuhl oder Verdauungsprobleme?

-       Du hast Verlangen nach kalorienreichen/zuckerhaltigen Lebensmitteln?


Was kann ich präventiv dagegen tun und im Alltag umsetzen?

-       Längere Essenspausen einhalten

-       Häufigere, intensive Bewegungspausen (Sitting Breaks)

-       Eine geringere Mahlzeitenfrequenz (Jeder Snack ist auch eine Mahlzeit)

 


Chance aus change - Veränderung macht den Unterschied

Du hast Dich bei einigen Symptomen wiedererkannt? Bei Dir wurde bereits eine Insulinresistenz oder eine Diabetes-Erkrankung diagnostiziert? Es fehlt Dir an konkreter Unterstützung?

Dann melde Dich gerne bei mir – Ich freue mich, wenn ich Dich unterstützen kann.

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